Beim Setzer begegnen sich Literatur und Technik.
Er bildet die besten Metaphern. Er nennt eine Störung in der Maschine: Spritzer; ein ausgelassenes Wort: Leiche; ein überflüssig wiederholtes: Hochzeit; und die letzte Zeile eines Absatzes, die einsam als erste in die kahle, boshafte Welt einer neuen Spalte hinausgestoßen wird: Hurenkind... Auf eine ähnliche Weise entstand der Name des »Fiebersterns«, jenes rastlosen, kleinen Rädchens, zwischen dessen Felgen die Buchstaben ein Stückchen ihrer weiten Reise zurücklegen.

Joseph Roth: »Unsere Setzerei«
Frankfurter Zeitung, 25.12.1925